Richtiges Lüften

Aus Angst vor überhöhten Heizkosten wird in vielen Haushalten falsch oder zu wenig gelüftet. Beim Lüften werde Energie zum Fenster hinaus geheizt, heißt es oft, und die Fenster bleiben deshalb fest verschlossen. Allerdings ist diese Form des Energiesparens wenig ratsam: Bei mangelnder Lüftung steigt die Gefahr von Schimmelpilz in der Wohnung.

In einem durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt werden - laut dem Energieberater Michael Hill - durch das alltägliche Leben (Duschen, Waschen und Kochen) bis zu 15 Liter Wasser täglich in die Raumluft abgegeben. In der Folge kühlt sich an den kalten Stellen der Wände die Raumluft ab und die gespeicherte Menge an Wasserdampf kann nicht mehr gehalten werden. Der Wasserdampf kondensiert dann wieder zu Wasser und legt sich auf die kalte Wandfläche, die dadurch auf Dauer feucht wird.

Art des Lüftens

Die effektivste Art zu lüften, ist Stoß- und Querlüften. Dabei werden die Fenster für kurze Zeit weit geöffnet. Optimal sei es, Durchzug durch ein gegenüberliegendes Fenster herzustellen. Auf diese Weise werde die Luft schnell gewechselt, ohne dass Wände und Möbel auskühlen. Während der Heizperiode sollte ein Dauerlüften durch Kippstellung der Fenster vermieden werden. Das führt zu starker Abkühlung der Wände. Speziell der Fenstersturz kühle hierdurch aus, so dass an den kalten Oberflächen nach dem Schließen des Fensters eine besonders große Gefahr der Kondenswasserbildung besteht.

Häufigkeit des Lüftens

Gelüftet werden sollten tagsüber bewohnte Wohnungen mindestens drei- bis fünfmal am Tag!
Bei Berufstätigen, die tagsüber nicht zu Hause sind, reicht zweimal aus - möglichst schon morgens vor dem Verlassen der Wohnung und abends. Entsteht in einem Raum durch Kochen oder Baden große Feuchtigkeit, sollte diese schon während, spätestens aber nach der Wasserdampfbildung weggelüftet werden.

Lüften bei Räumen ohne Fenster

In Bädern ohne Fenster dürfen Lüftungen auf keinen Fall zugehängt werden! Es soll auch nicht in die Wohnung hinein gelüftet werden. Viel Feuchtigkeit entsteht auch beim Wäsche waschen und trocknen. Selbst beim Trocknen im Abluft- oder Kondenstrockner entsteht im Raum verstärkt Feuchtigkeit, die abgeführt werden muss.

Schlafzimmer

«Gut gelüftet und geheizt werden müssen auch Schlafräume», so Hell. Hier bilden sich in der Nacht rund 0,8 Liter Feuchtigkeit pro Person. Wer gern in einem unbeheizten Raum schläft, sollte das Schlafzimmer nicht durch Öffnen der Tür zu den Wohnräumen «temperieren». Denn mit der warmen Luft ströme auch Feuchtigkeit in den Raum, die an den Wänden kondensiert und zu Schimmelpilzbildung führen kann. Besser sei es, vor dem zu Bett gehen kurz zu heizen.

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